Frauen in der Industrie

Bild 1 und 2: Chiara Rohrbach, Bild 3 und 4: Sara Alouini, Bild 4 und 5: Laura Pisciotta.

Drei Frauen sind bei Gilgen Door Systems in die Welt der handwerklichen Berufe eingestiegen und beweisen jeden Tag, dass Frauen mindestens genauso in die Industrie gehören wie Männer: Chiara Rohrbach, Sara Alouini und Laura Pisciotta. Chiara Rohrbach hat vor fünf Jahren ihre Lehre als Anlage- und Apparatebauerin begonnen und ist heute mit bereits zwanzig Jahren selbst Lehrlingsausbilderin. Ihr Talent wurde von ihren Vorgesetzen rasch erkannt und gefördert – dahinter steckt eine gehörige Portion Leidenschaft: «Ich liebe, dass in meinem Beruf jeder Tag anders ist. Eine gute Mischung aus Bohren, Gewinde schneiden oder komplette Anlagen schweissen sorgt dafür, dass mir nie langweilig ist», beschreibt Chiara ihren Berufsalltag.

Auch Sara Alouini begann ihre Lehre als Elektronikerin bei Gilgen im Jahr 2018. Davor hat sie das Gymnasium mit den Schwerpunkten Mathematik und Physik absolviert. Die 24-Jährige merkte früh: «Ich möchte nicht nur die Theorie beherrschen, ich will Mathematik anwenden können und praktisch damit arbeiten.» Das macht sie als Elektronikerin nun jeden Tag. Sie führt System-Tests durch und identifiziert Mängel in neuen Softwares mittels Fehlersimulation. Mit beispielsweise der Simulation eines Feuers testet Sara, ob Produkte im Falle eines Brandes richtig reagieren.

Die 16-jährige Laura Pisciotta steckt mitten in der Berufslehre als Logistikerin. Sie ist im zweiten Lehrjahr und hat bereits die Hälfte ihrer Ausbildung erfolgreich gemeistert. Laura erkannte rasch: «Überall im Leben steckt etwas Logistisches dahinter. Ohne Logistik funktioniert nichts». Das gibt ihrer Arbeit eine Sinnhaftigkeit, die sie stark motiviert. Ausserdem freut sie sich, dass ihr Beruf eine Menge Weiterbildungsmöglichkeiten mit sich bringt. Ob im Einkauf oder als Logistikfachfrau in der Wirtschaft – ihr stehen nach der Lehre zahlreiche Türen offen. Ein Bonus für Laura: «Stapler fahren macht sehr viel Spass.»

Gesellschaftliche Hürden und wirtschaftliche Aufstiegschancen

Frauen wählen noch heute häufig Ausbildungen in Frauen-dominierten Bereichen – und dass, obwohl diese schlechter bezahlt sind und weniger Aufstiegsmöglichkeiten bieten. In einem SRF-Beitrag erklärt eine Expertin, dass häufig Eltern, Berufsberatende und Lehrpersonen Jugendliche in geschlechtertypische Berufsrichtungen lenken. Auch Sara und Chiara haben diese Erfahrungen in ihrem Umfeld gemacht. Chiara erinnert sich: «Meine Grossmutter versuchte mich zu überreden, dass ich doch lieber eine Lehre als Floristin, Kauffrau oder Detailhändlerin machen solle.»

Obwohl Frauen in der Industrie untervertreten sind, so zeigt sich, dass die Aufstiegschancen für sie grösser sind als in den meisten anderen Branchen. Im Gender Intelligence Report 2023 berichtet die Universität St.Gallen, dass es in der Industriebranche weniger Hürden für Frauen gibt, die eine höhere Position anstreben. Ausserdem zieht die Gesellschaft und insbesondere die Wirtschaft Nutzen von mehr Frauen in der Industrie: Sie wirken dem aktuellen Fachkräftemangel entgegen. Nicht zuletzt profitiert auch Chiaras Grossmutter von der Berufswahl ihrer Enkelin: «Ich repariere heute regelmässig Sachen für mein Grosi – das hätte ich als Floristin nicht gekonnt.»

Unter Männern: von unterschätzt zu geschätzt

Im Alltag hauptsächlich mit Männern zusammenzuarbeiten erleben die drei Frauen sehr positiv. Sie schätzen ihre Kollegen und fühlen sich wohl in ihren Teams. Aber zu Beginn mussten sie sich beweisen, da man sie häufig unterschätzte. Zum Beispiel wurde Laura bei körperlich anspruchsvollen Aufgaben Hilfe angeboten, während von männlichen Lehrlingen erwartet wurde, dass sie sie selbst meistern. Sie hat aber schnell gezeigt, dass sie viel stärker ist, als sie eingeschätzt wird. Und sie beweist jeden Tag: «Mit langen Nägeln kann man alles machen.» Besonders spannend: Frauen schweissen in der Regel besser als Männer. «Frauen haben meistens eine ruhigere Hand», erklärt Chiara. Ihre Fertigkeiten im Schweissen stellte sie an den SwissSkills Championships unter Beweis – sie belegte den vierten Platz im nationalen Wettbewerb.

Was die drei an der Zusammenarbeit mit ihren männlichen Kollegen besonders mögen, sind die hervorragenden Gespräche. Die Männer im Team begegnen ihnen offen und sind direkt. Sara bemerkt zwar schmunzelnd, dass «die wichtigen Dinge manchmal nur nebenbei gesagt werden», aber sie möchte auf die Unterhaltungen mit ihren Kollegen unter keinen Umständen verzichten. Unabhängig davon, wie zufrieden alle in ihrem Team sind: Sie würden sich über mehr weibliche Gesichter in ihren Berufen freuen. Die drei wollen andere Frauen ermutigen, sich nicht von Rollenbildern und ihrem Umfeld beeinflussen lassen, sondern ihrem eigenen Berufswunsch nachzugehen.

Bist du neugierig geworden, wie diese Berufe wirklich aussehen? Dann schnupper doch bei uns rein. Wir bieten Schnupperlehren an als Anlagen- und Apparatebauerin, Elektronikerin, Logistikerin, Automatikerin, Polymechanikerin und noch mehr. Wir freuen uns schon darauf, dir die Industrie schmackhaft zu machen.

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